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Was ist eine Wohngebäudeversicherung?

Bei der Wohngebäudeversicherung (WGV) handelt es sich um eine Sachversicherung. Sie versichert ein Wohngebäude, das im entsprechenden Vertrag definiert wird, gegen die ebenfalls darin aufgeführten Gefahren und Kosten. Dabei ist es unerheblich, ob das Gebäude ausschließlich zu Wohn- oder auch zu Gewerbszwecken genutzt wird, solange ein Mindestanteil der wohnlichen Nutzung von 50 Prozent besteht. Die Wohngebäudeversicherung ist eigentlich nur ein Oberbegriff, unter den eine Sammlung einzelner Versicherungen gefasst wird.

Welche Schäden sind durch die Wohngebäudeversicherung versichert?

Die folgenden Bestandteile gehören zur Wohngebäudeversicherung

Wohngebäudeversicherung - Was ist enthalten?
Wohngebäudeversicherung - Was ist enthalten?
  • das Gebäude
  • Nebengebäude, sowie Garagen
  • Einbauten, darunter Einbauschränke, Klimaanlagen oder Zentralheizungen, fest verlegte Fußbodenbeläge oder Sanitäranlagen
  • Zubehör zur Instandhaltung der Wohnung

Außerdem können Antennen, Schilder, Markisen oder weitere am Haus angebrachte Objekte versichert werden. Dazu muss aber eine zusätzliche Option gezogen werden:

Die Feuerversicherung

Feuerversicherung
Feuerversicherung

Zunächst sind Brandschäden in der Feuerversicherung enthalten, also Schäden, die durch Feuer entstehen, das sich aus eigener Kraft verbreiten kann. Dazu gehört unter anderem das Fallbeispiel eines Zimmerbrandes nach einem Kurzschluss. Auch Blitzeinschläge fallen unter diese Versicherung. Sowohl der direkte Einschlag eines Blitzes ins Gebäude als auch daraus entstehende Folgeschäden sind inbegriffen. So ist man auch versichert, wenn der Blitz in einen Baum einschlägt und dieser im Fallen das Hausdach beschädigt. Schäden an elektrischen Leitungen, die durch eine Überspannung aufgrund des Blitzes entstehen, werden auch abgedeckt. Indirekte und direkte Gasexplosionen, also das Freiwerden von Energie aufgrund von Gasen, komplettieren die Fälle, welche die Feuerversicherung beinhaltet. Sengschäden, beispielsweise durch die Glut einer Zigarette, gehören hingegen ausdrücklich nicht zur Feuerversicherung.

Die Leitungswasserversicherung

Leitungswasserversicherung
Leitungswasserversicherung

Im Falle eines Rohrbruchs sind sämtliche Heizungs- und Wasserrohre oder ebenso Wasserzuleitungsrohre auf dem Grundstück versichert, die der Versorgung des Hauses dienen. Sollte die Temperatur unvermittelt abfallen und so Frostschäden zur Folge haben, deckt die Leitungswasserversicherung die Schäden an Heizungsanlagen und sanitären Einrichtungen ab. Wenn Wasser aus dem Rohrsystem, einem Aquarium oder Wasserbett austritt und daraus Nässeschäden erwachsen, so ist dies ebenfalls durch die Wohngebäudeversicherung versichert.

Folgenden Fallbeispiele hingegen zählen nicht zu ihrem Umfang:

  • Jegliches Wasser, das aus einer anderen Quelle als der Leitung austritt.
  • Frostschäden, die dadurch entstehen, dass etwas einfriert, wenn gleichzeitig weder geheizt noch Wasser abgelassen wird.

Die Sturmversicherung

Sturmversicherung
Sturmversicherung

Unter Sturm versteht man nach der Wohngebäudeversicherung Starkwinde, die eine Windstärke von mindestens 8 haben. Auch Folgeschäden daraus sind versichert. Ein klassisches Beispiel ist ein Sturm, der das Dach abdeckt oder ein umgestürzter Baum, der das Haus beschädigt. Auch gegen Hagel ist man mit der Wohngebäudeversicherung versichert, was auch Folgeschäden der Eiskörner umfasst. Wenn Schnee oder Hagel ins Haus kommen sollten, kann die Versicherung jedoch nicht in Anspruch nehmen, wer das Fenster offen gelassen hatte.

Die Elementarschadenversicherung

Die folgenden Fälle werden durch die Elementarschadenversicherung abgedeckt:

  • Überschwemmung: Eine Überschwemmung des eigenen Grundstücks, sei es aufgrund von Regen oder des Ausuferns eines Gewässers oder des Austritts von Grundwasser.
  • Rückstau: Durch Regen oder das Ausufern eines Gewässers dringt Wasser aus den Ableitungsrohren des Gebäudes ins Haus ein.
  • Erdbeben: Vorgänge im Inneren der Erde führen zu einer Erschütterung des Erdbodens.
  • Erdsenkung: Der Erdboden senkt sich durch die Natur bedingt über einem Hohlraum ab.
  • Erdrutsch: Naturbedingt rutschen Erd- oder Gesteinsmassen ab.
  • Schneedruck: Die Wirkung des Gewichts von Schnee- oder Eismassen, die niedergehen.
  • Lawinen: Schnee- oder Eismassen, die sich einen Berghang herab bewegen.

Nicht versichert ist eine Erdsenkung über künstlichen Hohlräumen, wie beim Bergbau. Auch Lawinen, die statt von den Bergen von Bäumen ausgehen, zählen nicht zur Wohngebäudeversicherung.

Einbruchsschäden

Wohngebaeudeversicherung Einbruch
Wohngebaeudeversicherung Einbruch

Auch Schäden, die im Zuge eines Einbruchs am Haus entstehen, sind in der Wohngebäudeversicherung enthalten. Mobile Gegenstände gehören allerdings zur Hausratsversicherung. Die Wohngebäudeversicherung deckt nur Schäden an Türen, Fenstern, Wänden, Fußböden oder ähnlichen Elementen.

Was ist nicht in der Wohngebäudeversicherung versichert?

Schäden, die im Inneren des Hauses entstehen, sind nicht Teil der Wohngebäudeversicherung. Vorsätzlich oder grob fahrlässig verursachte Schäden deckt sie ebenfalls nicht ab, wobei es durchaus Ausnahmen hinsichtlich der groben Fahrlässigkeit gibt. Solche Tarife sind jedoch meist mit einer Höchsterstattungsgrenze verbunden. Auf Gegenstände, die ein Mieter in das Wohngebäude einbringt, findet nur die Hausratsversicherung Anwendung.

Worauf basiert die Wohngebäudeversicherung in rechtlicher Hinsicht?

Rechtlich gesehen stellt die Wohngebäudeversicherung einen Versicherungsvertrag dar, der auf den Normen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB), des Handelsgesetzbuchs (HGB) und des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) basiert.
Ein genauer Vergleich einzelner Versicherungsanbieter lässt sich kaum ohne Weiteres vollziehen. Das liegt daran, dass das Wettbewerbsrecht der EU seit 1994 vorsieht, dass jede einzelne Versicherung die von ihr angebotenen Bedingungen selbst festlegen darf.

Welche Vorteile bietet ein Vergleichsrechner?

Trotz dieser nur schwach normierten rechtlichen Situation bieten Vergleichsrechner weitreichende Vorteile, schließlich kann so der günstigste und beste Tarif ermittelt werden. Hausbesitzer können genau festlegen, welche Wohngebäude versichert werden sollen und welche Risiken infrage kommen. Der Rechner macht es möglich, die einzelnen Leistungen eines jeden Tarifs zu vergleichen und so die beste ideale Wahl zu treffen. Das Beste daran: Einen solchen Vergleich kann man ganz einfach und bequem von zu Hause aus machen. Noch dazu lässt sich so herausfinden, ob ein zusätzliches Paket für die grobe Fahrlässigkeit lohnenswert ist.

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Fazit

Die Wohngebäudeversicherung ist für jeden Hausbesitzer unerlässlich. Zu groß sind die Risiken und Kosten, sollte ein Schaden auftreten, als dass man diese selbst stemmen möchte. Ein unvorhersehbarer Schaden kann im schlimmsten Falle sogar das gesamte Haus zerstört werden oder zumindest gravierenden Schaden nehmen. Die Wohngebäudeversicherung übernimmt hierfür die Kosten. Somit ist sie ohne Zweifel die wichtigste Versicherung für das Immobilieneigentum. Gleichzeitig reicht sie alleine jedoch nicht aus: Mit der Hausratsversicherung werden auch mobile Wohngüter abgedeckt, die erst später in die Wohnung eingebracht wurden. Auf diese Weise ergänzen sich beide Versicherungen perfekt. Dennoch sollte nicht davon ausgegangen werden, dass die Wohngebäudeversicherung einen Rundum-Schutz leisten kann. Die meisten Anbieter sehen eine Deckelung ihrer Leistung durch eine Höchsterstattungsgrenze vor. Ableitungsrohre etwa sind zumeist nur bis zu einer Schadenssumme von 20.000 Euro versichert. Obwohl der Abschluss einer Wohngebäudeversicherung also elementar ist, sollte man als Verbraucher stets genau auf den zugrundeliegenden Tarif achten.